Kaefer63.de - Tipps und Tricks zum Käfer

Motoröl für den VW Käfer von 1963

Der Käfer-Motor ist für Leichtlauföle nur bedingt geeignet. Leichtlauföle sind auf dünnflüssigen Grundölen aufgebaut und werden über spezielle langkettige Moleküle so "eingedickt", daß die Viskosität über einen großen Temperaturbereich gleich bleibt und das Öl an den belasteten Flächen in einem dünnen Film haftet. Moderne Motoren weisen dank fortgeschrittener Fertigungstechnik nur noch sehr geringe Toleranzen auf, so daß auch sehr dünnflüssige Öle den nötigen Öldruck halten können. Die meisten Käfer in hohem Alter weisen erhebliche Laufleistungen auf und dürften Probleme haben, mit zu dünnflüssigen Ölen den notwendigen Druck für die Hauptlager aufzubringen. Das dünnflüssigere Leichtlauföl wird schneller durch das Lagerspiel gedrückt und der Öldruck sackt schneller zusammen.

Sauberes Käfer-Oelsieb

Hochwertig legierte Öle sind so ausgestattet, daß sie Schmutzteile nach Möglichkeit im Öl einschließen und auf Dauer transportieren. Auch hier spielen die langkettigen Spezialmoleküle eine Rolle. In modernen Motoren transportiert das Öl die Schwebteile bis in feine Papierfilter und lagert den Schmutz im Filter ab. Die Bildung von schwarzem Schlamm wird so vermieden, der Dreck hängt im Filter.

Ältere Käfermotoren verfügen jedoch nur über einen simplen Siebfilter am Ölablaß. Dieser Filter soll den Ölstrom beruhigen und es den Schwebteilen ermöglichen sich abzusetzen. Außerdem hält er tote Mäuse und Schrauben von der Ölpumpe fern. Wer seinem Käfer noch etwas gutes tun will, spendiert dem Sieb noch eine Magnetölablaßschraube um Eisenteile aus dem Öl an der Ablaßschraube festzuhalten. Eine Filterfunktion ähnlich einem Papierfilter gibt es jedoch hier nicht: Der Käfermotor "filtert" sein Öl durch Schlammbildung rund um das Drahtsieb. Beim Ölwechsel wird der Schlamm im Sieb und in dessen Umgebung bereits mit dem ersten Schwall Öl aus der Ölwanne entfernt. Aus diesem Grund darf beim Käfer das Öl auch nicht mit der Pumpe abgesaugt werden.

Die bei der Verwendung von Leichtlaufölen im Ölstrom eingebetteten Schwebteile setzen sich beim VW Käfer nicht im Filter ab und sorgen beim nächsten Umlauf für erhöhten Verschleiß. Der Effekt verschlimmert sich, je länger ein Ölwechsel über den Intervall von 5000km herausgezögert wird. Die Alterungsbeständigkeit von modernen synthetischen Leichtlaufölen kann ein Käfermotor nicht ausnutzen, nur der regelmäßige Wechsel entfernt den Schwarzschlamm am Sieb. Aus dieser Sicht macht es Sinn auf "Baumarktöle" auszuweichen und den für heutige Verhältnisse kurzen Ölwechselintervall von 5000km einzuhalten.

Ich habe in meinem Wagen nach 150.000km Laufleistung einmal für kurze Zeit mit einem recht teuren Leichtlauföl gefahren, mußte jedoch feststellen, daß der Öldruck schon nach kurzen Autobahnfahrten im Leerlauf regelrecht zusammenbrach. Die Ölkontrolleuchte darf zwar nach einer längeren Autobahnfahrt (heißes Öl) im Leerlauf leicht flackern (sagt zumindest die einschlägige Literatur), ganz rot ist aber immer ganz schlecht. Nach dem Wechsel auf einfaches mineralisches Öl trat dieser Effekt nicht mehr auf. Meine persönliche Empfehlung für Originalmotoren lautet daher: Möglichst einfaches mineralisches Öl und die kurzen Wechselintervalle von 5000km oder einem Jahr einhalten.

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