Kaefer63.de - Tipps und Tricks zum Käfer

Alles unter Kontrolle!

Im Käfer versammeln sich alle Kontrollorgane im Tachometer (neuhochdeutsch "Zentralinstrument"). Neben der Beleuchtung gibt es in den älteren Käfern 4 Kontrolleuchten für Öldruck, Blinker, Lichtmaschine und Fernlicht. Die entsprechenden Leitungen führen zum Öldruckschalter am Motor, dem Blinkrelais hinter der Armaturenbrettverkleidung, dem Regler auf der Lichtmaschine und der Sicherung für das linke Fernlicht.

Im Schaltplan gibt es noch keine Schaltung für Rundumblinker. Nachrüst-Lösungen hierzu verfügen meistens über eigene Kontrolleuchten und werden nicht am Tacho angeschlossen.

Sicherungskasten Lichtschalter Blinkrelais Fernlichtschalter Tachometer bzw. Zentralinstrument Lichtmaschine und Regler Öldruckschalter Schaltplan

Der Tacho

Der Tacho, beim New Beetle heißt er Zentralinstrument, hat insgesamt 6 Anschlüsse und ist über sein Gehäuse an die Masse angeschlossen:

K1 Fernlicht
K2 Lichtmaschine
K3 Blinker
K4 Öldruck
K5 Beleuchtung
15 Dauerstrom

Die Fernlicht-Kontrolleuchte wird von Sicherung 2 des Sicherungskastens bedient, über die auch der linke Fernscheinwerfer angeschlossen ist. Die Blink-Kontrolleuchte wird von Klemme K des Blinkrelais angesteuert. Die Beleuchtung bekommt Ihren Strom von Klemme 58b des Lichtschalters. Alle drei Leuchten schließen den Stromkreis über die Masse des Tachogehäuses.

Die Kontrolleuchten für die Lichtmaschine und den Öldruck werden im Tacho mit dem Pluspol aus Klemme 15 versorgt. Sie werden über Masse vom Öldruckschalter und vom Regler der Lichtmaschine eingeschaltet. Fällt der Öldruck ab, schaltet der Schalter die Leitung auf Masse und die Lampe geht an. Die Leitung am Regler wird vom Generator bei laufender Lichtmaschine auf ca. 7 Volt gehalten, so daß beide Anschlüsse die selbe Spannung haben und die Lampe aus bleibt. Fällt die Lichtmaschine aus liefert diese Leitung keinen Strom, so daß der Strom vom Tacho zum Regler fließt und die Kontrolleuchte brennt.

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Der Sicherungskasten

Von Sicherung 2 und 3 des Sicherungskastens werden die Fernscheinwerfer mit Strom versorgt. Die Kontrolleuchte für das Fernlicht bekommt von Sicherung 2 Strom. Zusätzlich wird von der ungesicherten Seite der Sicherung 1 (= Klemme 15/54) die Versorgungsspannung der restlichen Kontrolleuchten des Tachos abgenommen.

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Der Fernlichtschalter

Der Fernlichtschalter befindet sich beim Käfer der 60er Jahre im Fußraum des Fahrers. Durch drauftreten wird entweder das Fernlicht oder das Abblendlicht ausgewählt. Über Klemme 56 bekommt der Schalter Strom vom Lichtschalter und verteilt ihn auf Klemme 56a für das Fernlicht und Klemme 56b für das Abblendlicht.

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Der Lichtschalter

An Klemme 30 liegt immer Strom an. Das Licht läßt sich auf diese Weise auch dann einschalten, wenn die Zündung aus ist. Die Klemme 30 ist dabei der Verteiler für das Licht und den Sicherungskasten.

Der Lichtschalter kann über zwei Stufen geschaltet werden. Ausgeschaltet führt nur die Klemme 30 Strom. Wird der Schalter auf die erste Stufe gezogen, bekommen die Klemmen 58 und 58b Strom für das Standlicht und die Instrumentenbeleuchtung. Wird der Schalter bis zum Anschlag gezogen, wird zusätzlich die Klemme 54 für das Abblendlicht und das Fernlicht mit Strom versorgt. Eine Besonderheit gilt für Klemme 58 b: Der Strom kann über ein Potentiometer im Schalter heruntergeregelt werden, so daß die Helligkeit der Instrumentenbeleuchtung einstellbar ist. In späteren Baujahren mit schwarzem Drehschalter fällt das Potentiometer weg und die Instrumentenbeleuchtung ist immer gleich hell.

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Das Blinkrelais

Das Blinkrelais verfügt über 3 Anschlüße und wird über das Gehäuse mit Masse verbunden. Über Klemme 15 wird das Relais mit Strom versorgt, Klemme 54 versorgt wiederum die Blinker mit Strom. Über Klemme K wird die Kontrolleuchte des Tachometers angeschlossen.

Moderne elektronische Würfelrelais verfügen über einen weiteren Anschluß, mit dem das Relais an Masse angeschlossen werden muß.

Ältere Relais, erkennbar an der Form einer verkleinerten Getränkedose, liefern den Takt über einen beheizten Draht. Durch den Stromfluß zu den Blinker erwärmt und verlängert sich der Draht und unterbricht so den Kontakt. Während der Draht sich abkühlt verkürzt er sich und schließt den Kontakt erneut. Der Takt ist abhängig von der Leistung (in Watt) der angeschlossenen Blinkerbirnen. Fällt eine Birne aus, benötigt der Draht eine längere Zeit um warm zu werden und den Kontakt zu lösen. Der Blinker "hängt" und die verbleibende Blinkerbirne bleibt deutlich länger an. Umgekehrt verkürzt sich die "An"-Zeit wenn zu starke Glühbirnen verwendet werden. Der Blinker wird schneller.

Auf den Draht-Blinkrelais findet man daher die genaue Angabe wieviele Glühbirnen mit welcher Leistung angeschlossen werden dürfen. Bei elektronischen Blinkrelais wird der Takt von einem Timer immer gleich vorgegeben, hier wird nur die maximale Leistung der Kontakte angegeben (z.B. 100 Watt). Für den Betrieb mit einem Anhänger oder für Rundumblinker müssen zusätzliche Blinkrelais eingebaut werden, die die zusätzlichen Anhängerblinker oder alle Blinker gleichzeitig versorgen können.

In diesem Schaltplan ist ein Rundumblinker noch nicht vorgesehen. Ein Rundumblinker mußte erst später für alle Fahrzeuge nachgerüstet werden.

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Der Öldruckschalter

Der Öldruckschalter schaltet die entsprechende Kontrolleuchte gegen Masse. Im Ruhezustand (kein Öldruck) wird der Strom durchgelassen, erst wenn sich ein bestimmter Druck aufgebaut hat, unterbricht der Schalter den Stromfluß.

Bei niedrigem Öldruck, z.B. im Leerlauf nach langer Autobahnfahrt, kann der Schalter mit einer hohen Frequenz durchschalten und so ein dunkles Flackern der Kontrollleuchte hervorrufen. Der Schalter hat nur zwei Stellungen, an oder aus. Bei niedrigem Öldruck reichen die vom Motor im Öldruck ausgelösten Schwankungen im Takt der Ölpumpe oder der Zylinder aber schon aus um das Flackern auszulösen. Nach Betriebsanleitung ist das Verhalten akzeptabel, soweit die Kontrolleuchte wieder ausgeht wenn die Drehzahl erhöht wird.

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Die Lichtmaschine

Der negative Pol wird über das Gehäuse der Lichtmaschine an das restliche Fahrzeug abgegeben, der positive Pol über den Regler auf 7 Volt begrenzt und über Klemme 51 (Der in Fahrtrichtung liegende Anschluß) allen Verbrauchern zur Verfügung gestellt. Über Klemme 61 ist die Kontrolleuchte der Lichtmaschine im Tacho angeschlossen. Ist die Lichtmaschine nicht in Betrieb liefert dieser Anschluß 0 Volt oder Masse, läuft die Lichtmaschine, wird die volle Spannung der Lichtmaschine an die Kontrolleuchte abgegeben.

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Die Kontrolleuchte der Lichtmaschine flackert?

Da der Anschluß 61 nicht vom Regler bei 7 Volt gehalten wird, kann an dieser Klemme bei hohen Drehzahlen mehr als 7 Volt anliegen. Wenn jetzt durch Leitungsverluste im Tacho über Klemme 15 weniger als 6 Volt ankommen, weil z.B. viele Verbraucher an sind, beginnt die Kontrolleuchte zu glimmen. Der Spannungsunterschied zwischen Lichtmaschine (z.B. 9 Volt) und Klemme 15 (z.B. 5 Volt) ist groß genug um die Birne zum leuchten zu bringen. Um dies zu vermeiden, kann mit einer Diode aus dem Elektronikbedarf der Stromfluß vom Generator zum Tacho unterbunden werden.

Diode mit angelöteten Steckverbindungen

Hierzu wird die Diode auf der Sperrseite (Die Seite mit der umlaufenden Linie) ein Flachstecker aufgelötet und auf der offenen Seite ein Kontaktblech (beides aus dem Autobedarf) aufgelötet. Um die Diode zu schützen kann der ganze Aufbau noch mit einem Stück Schrumpfschlauch (Elektronikbedarf) überzogen werden. Die Sperrseite wird auf Klemme 61 der Lichtmaschine aufgesteckt und das Kabel von der Kontrolleuchte auf der anderen Seite. Die Diode verhindert das Flackern der Kontrolleuchte, läßt aber den Stromfluß für die Kontrolle der Lichtmaschine zu.

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