Kaefer63.de - Tipps und Tricks zum Käfer

Blinken, Bremsen und Wischen

In diesem Modell des VW Käfer sind die Schaltungen für Blinker und Bremsen in eigentümlicher weise vermischt. Sowohl Blinker als auch Bremslicht benutzen den 18 Watt-Faden des Rücklichts. Die Verbindung beider Schaltungen liegt im Blinkerschalter, der über eine Kombination aus Dioden und Schaltkontakten sicherstellt, das die richtigen Lampen angehen. diese Schaltung ist bei Kabeldrehern deutlich komplizierter als die Schaltung für jeweils getrennte Brems- und Blinkleuchten. In späteren Schaltungen sind die Blinklichter von den Bremslichtern  getrennt und die Bremsleuchten werden direkt vom Bremslichtschalter mit Strom versorgt.

Der Scheibenwischer wird über einen Zugschalter eingeschaltet. In diesen Baujahren hat er nur eine Geschwindigkeitsstufe.

Bremslichtschalter Sicherungskasten Blinkerschalter Blinkrelais Blinker vorne rechts Blinker vorne links Blink- / Brems- / Rücklicht rechts Blink- / Brems- / Rücklicht links Wischermotor Wischerschalter Schaltplan nach oben

Vordere Blinker

Die vorderen Blinker werden über eine Leitung angeschlossen. In den älteren Baujahren werden 18 Watt Glühbirnen verwendet. Die frühe Bauform der Blinker auf dem Kotflügel ist eher schmal, Käfer der späten 60er haben sehr breite Blinker. Die amerikanischen Blinker wurden später für die Superkäfer noch einmal verlängert und verbreitert um einer zusätzlichen seitlichen Standlichtbirne Platz zu schaffen.

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Das Blinkrelais

Ein alter bekannter aus vorangegangenen Seiten: Das Blinkrelais verfügt über 3 Anschlüße und wird über das Gehäuse mit Masse verbunden. Über Klemme 15 wird das Relais mit Strom versorgt, Klemme 54 versorgt wiederum die Blinker mit Strom. Über Klemme K wird die Kontrolleuchte des Tachometers angeschlossen.

Moderne elektronische Würfelrelais verfügen über einen weiteren Anschluß, mit dem das Relais an Masse angeschlossen werden muß.

Ältere Relais, erkennbar an der Form einer verkleinerten Getränkedose, liefern den Takt über einen beheizten Draht. Durch den Stromfluß zu den Blinker erwärmt und verlängert sich der Draht und unterbricht so den Kontakt. Während der Draht sich abkühlt verkürzt er sich und schließt den Kontakt erneut. Der Takt ist abhängig von der Leistung (in Watt) der angeschlossenen Blinkerbirnen. Fällt eine Birne aus, benötigt der Draht eine längere Zeit um warm zu werden und den Kontakt zu lösen. Der Blinker "hängt" und die verbleibende Blinkerbirne bleibt deutlich länger an. Umgekehrt verkürzt sich die "An"-Zeit wenn zu starke Glühbirnen verwendet werden. Der Blinker wird schneller.

Auf den Draht-Blinkrelais findet man daher die genaue Angabe wieviele Glühbirnen mit welcher Leistung angeschlossen werden dürfen. Bei elektronischen Blinkrelais wird der Takt von einem Timer immer gleich vorgegeben, hier wird nur die maximale Leistung der Kontakte angegeben (z.B. 100 Watt). Für den Betrieb mit einem Anhänger oder für Rundumblinker müssen zusätzliche Blinkrelais eingebaut werden, die die zusätzlichen Anhängerblinker oder alle Blinker gleichzeitig versorgen können.

In diesem Schaltplan ist ein Rundumblinker noch nicht vorgesehen. Ein Rundumblinker mußte erst später für alle Fahrzeuge nachgerüstet werden.

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Der Sicherungskasten

Da ist er wieder: Am Sicherungskasten bekommen Blinker, Bremsleuchten und Scheibenwischer an Sicherung 1 von der gesicherten Seite Strom. Dezenter Hinweis: Wenn die Wischer es nicht mehr tun, werden wahrscheinlich auch die Blinker und Bremslichter ausgefallen sein. Eigentlich ist daran nichts aufregendes, aber heute würde man die Sicherungen für Scheibenwischer und Signal-Lampen trennen, da ein durchgebrannter Scheibenwischermotor sonst alle Signal-Lampen lahmlegen kann.

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Der Bremslichtschalter

Der Bremslichtschalter ist ein Druckschalter ähnlich dem Öldruckschalter. Im Gegensatz zu diesem wird jedoch der Strom durchgeschaltet, wenn ein bestimmter Druck im Bremszylinder überstiegen wird. Mit dem Aufkommen der Zweikreis-Bremssysteme werden zwei Bremslichtschalter eingebaut, die parallel geschaltet sind. Über zusätzliche Kontakte ist es dann auch möglich den Ausfall eines Bremskreises zu prüfen. Doch dieser Käfer befindet sich noch im Zeitalter der Einkreisbremse.

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Der Blinkerschalter

Der Blinkerschalter wird über einen Kabelstrang von 6 Kabeln angeschlossen, die auf zwei Steckverbindungen enden:

54BL Blinkerrelais
54ST Bremslichtschalter
VL Blinker vorn links
VR Blinker vorn rechts
HL Blinker/Bremslicht
hinten links
HR Blinker/Bremslicht
hinten rechts

Der Schalter sortiert die Ströme über eine Kombination aus Dioden und Kontakten. Beim Bremsen und gleichzeitigen Blinken schaltet der Blinker das entsprechende Bremslicht aus. Spätere Versionen werden nur über 3 Kabel angeschlossen, da die Schaltung für das Bremslicht vom Blinker getrennt wurde. Der Schalter in dieser Form ist sehr selten, da die Blinker-Schaltung nur für 9 Monate in dieser Form gebaut wurde.

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Die Rückleuchten

Wie beim Licht bereits erwähnt, jetzt auch beim Blinken: Die hier gezeigten ovalen Rückleuchten wurden von 8.1955 bis 4.1961 verbaut. Als Besonderheit weisen Sie eine gemeinsame Zweifadenbirne für Rücklicht und Brems-/Blinklicht auf. Alle nachfolgenden Baujahre verfügen über eigene Birnen für die Blinker, da die gelben Blinkleuchten eine eigene Kammer im Rücklicht bekamen. Die Zweifadenbirne bediente dann nur noch die Rückleuchten und Bremslichter. Zum Austausch verwenden Sie eine Zweifadenglühlampe 18/5W. Wenn Sie Birnen mit einer höheren Wattzahl verwenden (z.B. eine Zweifadenglühlampe 21/5W) dann müssen Sie auch das Blinkrelais auf die höheren Wattzahlen anpassen.

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Der Wischerschalter

Der Wischerschalter verfügt über 3 Klemmen und wird über das Gehäuse mit der Masse verbunden. Über Klemme 54 bekommt der Schalter Strom und Schaltet über Klemme 54d den Wischemotor an. Um den Wischermotor auszuschalten wird Klemme 31b mit Klemme 54 kurzgeschlossen und auf Masse gelegt um den Effekt einer Motorbremse zu erzielen. Über Klemme 54 wird der Motor aber weiter mit Strom versorgt. Der Motor sorgt über eine Exzenter-Mechanik mit Kontakten dafür, das er nur in der Endstellung kurzgeschlossen werden kann und ansonsten mit dem Strom aus Klemme 54 bis zur Endposition weiterläuft.

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Der Wischermotor

Der Wischemotor wird über 3 Kabel mit Strom versorgt.  Über Klemme 54d wird er eingeschaltet, Klemme 54 bekommt dabei ständig Strom solange die Zündung eingeschaltet ist. Hält der Wischer außerhalb seiner Endposition indem er über die Leitungen 54d und 31 kurzgeschlossen wird, sorgt eine Reihe von Kontakten dafür, das der Motor bis zur Endposition weiterläuft. Der Motor nutz also nur in der Endposition den Strom über Klemme 54d und läuft den Rest des Weges mit Strom aus Klemme 54. Wird er dabei aufgehalten, können unter Umständen die Wicklungen überlastet werden und verschmoren. Spätere Motoren haben mehrere Schaltstufen, wobei für jede Schaltstufe 1 Leitung hinzukommt.

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