Kaefer63.de - Tipps und Tricks zum Käfer

Methode 3: Mut zum Risiko

In Ergänzung zur Nabelschnur-Methode (Starthilfekabel) gibt es eine weitere Möglichkeit die Spannung des Helfers so weit zu senken, daß der Start eines 6 Volt-Fahrzeugs trotzdem möglich ist:

Am Helferfahrzeug wird der Verteilerfinger entfernt, so daß der Motor nicht starten kann. Der Helfer startet seinen Wagen (orgelt mit dem Anlasser), und während der Anlasser des Helfers läuft, wird die letzte Kabelverbindung gelegt und auch der Käferfahrer startet seinen Wagen. Sobald der Käfer läuft, werden die Verbindungen gekappt und der Helfer kann den Anlasser ausmachen. Das ganze muß schnell gehen, sonst säuft der Motor des Helfers ab.

Diese Methode basiert auf dem hohen Strombedarf des Anlassers. Während der Anlasser läuft, sinkt die Bordspannung in einem 12 Volt-Fahrzeug teilweise auf 7 bis 8Volt, also ein verträgliches Maß ab. Einige Gefahren sollten aber nicht verschwiegen werden:† Die Batterie des Helfers sollte ziemlich frisch sein, denn die Belastung zweier Anlasser gleicht einem Kurzschlußtest für die Helferbatterie. Der Helfer darf keinen Kat haben, da sonst Benzin in den Kat gelangen kann. Aufgrund der Elektronik im Wagen sollte das Helferfahrzeug auch ein Klassiker sein, denn mögliche Spannungsspitzen schaden im allgemeinen den Bordcomputern moderner Fahrzeuge. Bei Fahrzeugen mit Wegfahrsperre ist besondere Vorsicht geboten: Bricht die Batteriespannung des Helfers völlig zusammen, muß die manchmal die Wegfahrsperre neu freigeschaltet† und sämtliche Schlüssel neu kodiert werden. Bei modernen Autos sind zudem die Anlasser nur auf eher kurze Belastungen ausgelegt, so daß minutenlanges orgeln zum Risiko werden kann.

Der Käfer verträgt in seinen elektrischen Bauteilen auch eine zeitweilige Überspannung: Beim Umbau von 6 auf 12 Volt braucht z.B. der Anlasser nicht getauscht werden und auch der Scheibenwischermotor übersteht normalerweise 12 Volt. Anders sieht es bei Kontrollleuchten und der Lichtanlage aus, die 12 Volt nur sehr kurz überstehen würden. Schäden am Käfer im Bereich der Beleuchtung sind also nicht auszuschließen.

Als ich diesen Teil Ende 1999 auf Hinweis von Manfred Braun in die Seite übernommen habe, gab es noch Gebrauchtwagen ohne Kat und ohne Bordelektronik. Ein aktuelles Auto hat einen so hohen Strombedarf, daß ein "bischen Anlasser" die Spannung kaum auf ein für einen 6Volt-Klassiker erträgliches Maß senken kann, zudem gibt es keine mechanischen Verteiler mehr. Ein moderner Helfer wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit selber zu Schaden kommen. Wer es trotzdem ausprobieren möchte: Auf eigenes Risiko!

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