Kaefer63.de - Tipps und Tricks zum Käfer

Ölbadluftfilter und Ansaugvorwärmung

Der Motor des VW-Käfer aus Modelljahr '64  verfügt über einen Ölbad-Luftfilter mit Kurbelgehäuseentlüftung und einem Ansaugschlauch für Warmluft von der Motorkühlung. Der "Ansaugrüssel" liegt in Fahrtrichtung links. Die angesaugte Luft schäumt im Ölbad und läßt mitgerissenen Ölnebel in einem mit Stahlwolle gefüllten Kopf zurück. Das Öl aus der Stahlwolle fließt zurück in die Unterschale des Luftfilters. Eingesaugte Partikel werden vom Öl gebunden und setzen sich als Schlamm in der unteren Schale des Luftfilters ab. Der Ölstand muß regelmäßig kontrolliert werden: Bei zuwenig Öl zieht der Luftfilter die Luft "am Öl vorbei" ohne Filterwirkung in den Vergaser. Bitte nur bis zur roten Linie nachfüllen, zuviel Öl findet sich sonst als Ölnebel im Vergaser und Motor wieder.

Die Ansaugvorwärmung soll in erster Linie der Vergaservereisung vorbeugen: Benzin wird im Vergaser eingesprüht und verdampft dabei. Der Übergang in den gasförmigen Zustand entzieht der Umgebung Wärme. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt wird der Umgebung dabei soviel Energie entzogen, das das Ansaugrohr unterkühlt. Sichtbares Zeichen: Aus der umgebenden Luft kondensiert und gefriert Wasser auf dem Ansaugrohr. Im Extremfall kondensiert jetzt auch der Benzinnebel im Ansaugrohr und der Motor erhält kein zündfähiges Gemisch mehr. Der Motor stirbt im Leerlauf ab.

Durch eine Klappe am Ansaugstutzen wird geregelt, ob vorrangig die Luft aus der Motorkühlung oder aus dem Motorraum angesaugt werden soll. Da der relativ dünne und lange Luftschlauch der Ansaugvorwärmung nicht genug Luft für Vollgas liefert, öffnet sich die Klappe je nach Drosselklappenstellung und läßt zusätzlich Kaltluft in den Luftfilter.

Der vom Luftfilter abgehende Ansaugschlauch wurde noch an der in Fahrtrichtung linken Heizbirne aufgesteckt und bezog so die Warmluft direkt vom Wärmetauscher. Luftfilter Dieser Anschluß sorgte bei den ersten Fahrzeugen mit Frischluftheizung in bestimmten Situationen für relativ hohe Temperaturen der Ansaugluft: Wenn es kalt ist und die Heizung in Betrieb, sinkt der Luftdruck in der Heizung und weniger Warmluft wird für die Ansaugvorwärmung abgezweigt. Wenn es dagegen warm ist und die Heizung aus, dann sorgt die stärker arbeitende Kühlung ganz neben bei auch für mehr Warmluft in der Ansaugvorwärmung. Das der Schlauch im Grunde nur bei ausgebautem Motor auf der Heizbirne aufgesteckt werden kann, tut dann auch nicht mehr weh. Letztlich ist dies keine ideale Lösung und wurde daher für die großen Heizbirnen bereits nach ein oder zwei Modelljahren wieder geändert. Die heute erhältlichen großen Heizbirnen haben den Anschluß für die Ansaugluftvorwärmung nicht mehr. Der Warmluft-Schlauch wird nach einem Tausch der Heizbirnen etwas gekürzt und nur noch auf die Leitbleche unter die Zylinder gelegt.

Während "Jetzt helfe ich mir selbst" im Band 1 noch empfiehlt die Vorwärmklappe des Luftfilterschnorchels bei Temperaturen oberhalb von 10 °C an der Gehäusekante zu arretieren um durch kühlere Ansaugluft die Leistung zu steigern und dem oben genannten Effekt zu begegnen, ist diese Klappe in der Betriebsanleitung mit keinem Wort erwähnt. Im Zweifel verträgt der Motor eine nicht arretierte Klappe auch im deutschen Hochsommer mit nahezu afrikanischen Temperaturen klaglos.

Bei späteren Fahrzeugen mit Papierluftfilter ('Kunststoffluftfilterkasten mit Rüssel rechts') hat der Schlauch einen größeren Durchmesser und bekommt seine vorgewärmte Luft ebenfalls nur aus dem Kühlluftstrom der Zylinder. Die Umschaltung erfolgt bei den modernen Käfern automatisch über ein Thermostat-Ventil im Ansaug-Rüssel des Luftfilters. Mit dem neuen Luftfilterkasten bezieht der Käfer bei kalter Umgebung zunächst die komplette Ansaugluft aus dem Kühlluftstrom, während die Lösung von 1963 mit den geringeren Schlauchdurchmessern nur Warmluft zumischen kann.

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