Kaefer63.de - Tipps und Tricks zum Käfer

Die Oldtimer-Zulassung in Deutschland

Ich habe meinen ersten Oldtimer 1998 umschlüsseln und mit einem H-Kennzeichen versehen lassen. Die folgenden Seiten beschreiben meine Erlebnisse beim TÜV und bei der Zulassungsstelle.

Seit dem 28.7.1997 ist in Deutschland die Erteilung eines historischen Kennzeichens möglich. Ein älteres Auto gilt als Oldtimer wenn es die folgende Punkte erfüllt:

Im Moment (Herbst 2006) wird über eine Überarbeitung des §21c StVZO und die H-Zulassung neu verhandelt. Dabei sind Gerüchte im Umlauf, daß der gute Zustand des Fahrzeuges wichtiger wird, als es bislang der Fall war: Die Besitzer heute 25 jähriger Fahrzeuge sollten sich darauf einrichten, daß mindestens Zustand 2 oder besser erforderlich ist um einen Golf oder Mercedes 190 als historisches Fahrzeug zuzulassen. Bei älteren Fahrzeugen soll dies nicht so eng ausgelegt werden, aber Großserienfahrzeuge der 80er mit hohen Laufleistungen werden es deutlich schwerer haben. Das Ziel ist die Anzahl der überlebenden steuersubventionierten Gebrauchtwagen als Oldtimer einzuschränken.

Das Fahrzeug wird im KFZ-Brief umgeschlüsselt und bekommt ein neues Kennzeichen mit einem H am Ende. Ein H-Kennzeichen sorgt für die neue Einstufung in der KFZ-Steuer und befreit den Halter von den nicht unerheblichen Steuerbelastungen für die Fahrzeuge ohne KAT. Leider befreit er nicht von den Auflagen für Sommersmog oder Feinstaub: Das H-Kennzeichen ist keine Befreiung von Fahrverboten.

Der Lohn der Prüfungsangst waren 1998 nur noch 375,- DM pauschale Steuern per PKW. Heute sind es 46,02 Euro für ein Motorrad bzw. 191,73 Euro für einen PKW oder andere Fahrzeuge. Je mehr Hubraum der Motor eines Oldtimers hat, umso mehr lohnt sich die Umschlüsselung.

Die Zulassung als Oldtimer kann nicht mit einem Saisonkennzeichen kombiniert werden, so daß der Wagen ganzjährig angemeldet bleibt. Die An- und Abmeldung über Winter ist zwar möglich, aber die Kosten für an- und Abmeldung übersteigen den Gewinn.

Auch wenn immer mal wieder andere Gerüchte im Umlauf sind: Es gibt keinerlei Auflagen bezüglich Fahrleistung oder Fahrtenbuch mit dieser Zulassungsart verbunden. Das Fahrzeug kann also weiter im Alltag verwendet werden, denn die Kulturpflege ist durchaus auch im höheren Erhaltungsaufwand zu sehen. Im Zweifel wird das gehegte Schätzchen wohl eher den Winter warm und trocken verbringen und die Straße nur bei schönem Wetter sehen, denn ein Teil der Ummeldung ist auch die Bestätigung und weitere Erhaltung eines guten Zustandes (und der lautet eben nicht "fahrbereit").

nach oben

U. Fritz, 1998-2015. Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Inhalte, auch auszugsweise, bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autors. Bezeichnungen, Markennamen und Produktbezeichnungen des jeweiligen Inhabers, auch wenn Sie nicht gekennzeichnet sind, unterliegen im Allgemeinen dem warenzeichen-, marken oder patentrechtlichem Schutz.