Kaefer63.de - Tipps und Tricks zum Käfer

Der richtige Sprit für den Käfer

Die Oktanzahl bestimmt die Klopffestigkeit des Kraftstoffs. Alle originalen Käfermotoren haben zahme Zündzeitpunkte und moderate Kompressionswerte und benötigen daher nur Normalbenzin. Der 1200er-Motor hat einen Oktanzahlbedarf von 87 ROZ, die leistungsstärkeren 1,3l und 1,6l Motoren benötigen 91 ROZ. Die heutigen Oktanzahlen von 95 ROZ bei bleifreien Normalbenzin stellen also kein Problem für die Motoren dar.

Superbenzin wird klaglos genommen, bringt aber weder im Verbrauch noch beim Betrieb der originalen Motoren irgendwelche Vorteile (außer vielleicht der Ölgesellschaft). Ein Käfermotor kann bedenkenlos mit bleifreiem Benzin betrieben werden.

Alle heutigen Kraftstoffe sind bleifrei. Nach dem 2. Weltkrieg entstand mit verbesserter Motorentechnik der Bedarf nach kopffesteren Kraftstoffen. Mit Bleitetraethyl und Bleitretramethyl standen Zusatzstoffe zur Verfügung die höhere Oktanzahlen und damit klopffeste Kraftstoffe wie das Superbenzin mit 98 ROZ ermöglichten.

Nur verbleites Benzin im Käfer?

Es sind einige Geschichten im Umlauf, die besagen daß sich das Blei an den Ventilsitzen absetzt und so die Ventilsitze vor dem Einschlagen oder vor Undichtigkeit schützt. Einige Motorenbauer boten während der Umstellung auf Bleifrei in Deutschland ihre Motoren mit gehärteten Ventilsitzringen als Bleifrei-Motoren an und lösten unter den Oldtimer-Fahrern geradezu eine Panik aus.

Sicherlich ist es eine gute Idee die Zylinderköpfe mit gehärteten Ventilsitzringen auszustatten, da dies die Lebensdauer dramatisch erhöht. Wenn bei einem Motor nach Kompressionsverlusten erst einmal die Ventile eingeschliffen werden kommt weicheres Metall an die Oberfläche und der Bedarf zum Einschleifen der Ventile ist schneller wieder vorhanden. Ventile hinterlassen im weichen Metall schneller ihre Spuren. Der Verschleiß der Ventilsitze läßt sich durch verbleites Benzin aber nicht beschleunigen oder verlangsamen.

Dem Benzin werden Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) beigemischt die bei der Verbrennung des Bleitretraethyls das Blei als Bleihalogenide im Abgas abführt. Die abgeführten Stoffe finden sich erst im Katalysator wieder, wo durch weitere Reaktionen der Katalysator zerstört wird. Die Mengen die demnach an den Ventilsitzen abgelagert werden, reichen nicht aus um irgendeinen Schutz der Ventilsitze zu erreichen.

Bleifrei im Oldtimer Markt Langstreckentest

Die Zeitschrift "Oldtimer Markt" veranstaltete zum Ende des verbleiten Benzins einen Langstreckentest zum Thema Blei. Mit zwei Opel Kadett ohne gehärtete Ventilsitzringe konnte nicht nachgewiesen werden ob sich durch verbleites Benzin über 25000km irgend etwas geändert hatte. Einer tankte normal Bleifrei, der andere fügte ein Blei-Additiv hinzu. Beide Fahrzeug verhielten sich vollkommen gleich, bei Ventilspiel und Kompression gab es bei beiden Fahrzeugen keine Probleme oder Veränderungen.

Es gibt verschiedene Additive, auch ohne Bleitetraethyl, die den Motorlauf verbessern und den Verbrauch senken sollen. Der Effekt ist aber meist nicht nachweisbar. Die heutigen Kraftstoffe sind bereits ab Raffinerie mit Additivien vollgestopft, so daß weitere Kraftstoffzusätze die Verbrennung nicht mehr verbessern können. Gerade das Verhalten von Käfermotoren (im wesentlichen Vorkriegstechnik) läßt sich so nicht verbessern.

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